So ziehen Sie den größten Nutzen aus Ihren BBT Patronenlagerreibahlen

Bei sachgemäßer Verwendung werden BBT Reibahlen ein Endergebnis liefern, das nicht nur so gut ist wie bei Reibahlen anderer Hersteller weltweit, sondern dieses auch noch übertrifft. Aber auch das beste Werkzeug der Welt kann nur die Leistung bei richtiger Anwendung erbringen, zu der es ausgelegt ist. Im Folgenden finden Sie einige allgemeine Prinzipien, deren Befolgung zu der überlegenen Leistung und Standzeit führt, die Sie von einer BBT Patronenlagerreibahle erwarten können.

Welches Kühlmittel / Schneidflüssigkeit sollte für BBT Patronenlagerreibahlen verwendet werden?
Verwenden Sie immer ein reines Schneidöl und NIEMALS eine wasserbasierte Schneidflüssigkeit. Wasserbasierte Schneidflüssigkeiten sind für den Einsatz auf einer Dreh- oder Fräsmaschine beim Drehen oder Fräsen geeignet, sie sind jedoch völlig ungeeignet für Reibeprozesse jeglicher Art, wo ein feines Endresultat und eine gute Standzeit des Werkzeugs erwartet werden. Der Unterschied ist gravierend: Bei durchgeführten Tests haben wir gesehen, wie Reibahlen effektiv abgenutzt und ruiniert wurden, nachdem nur ein einzelnes Patronenlager unter Verwendung von wasserbasierter Schneidflüssigkeit gerieben wurde, während dieselbe Reibahle viele Läufe mit praktisch keinerlei erkennbarem Verschleiß reibt, wenn ein reines Schneidöl eingesetzt wird. (Ja, wir haben dies selbst geprüft...)

In den USA ist reines Schneidöl mit hohem Schwefelgehalt zum Reiben erhältlich und allgemein beliebt. Schneidöle auf Schwefelbasis neigen jedoch dazu, ein Nährboden für schwefelliebende Bakterien zu sein, und solche Öle werden somit ziemlich schnell „ranzig“ und entwickeln einen Geruch, der an faule Eier erinnert. Zudem sind schwefelhaltige Schneidöle in Europa nicht allgemein erhältlich. Stark chlorierte „Hochdruck" Schneidöle, wie sie beim Tieflochbohren Anwendung finden, werden jedoch von allen Ölherstellern angeboten. Wir konnten feststellen, dass diese als Schneidöle bei der Reibung sehr effektiv sind. Das Miller-Öl „Millicut CAS 14" ist hier besonders hervorzuheben, da es dermatologisch unbedenklich ist und somit von uns empfohlen werden kann.

Welche Drehzahlen sind beim Einsatz von BBT Kammerreibahlen zu empfehlen?
Um ein ausgezeichnetes Patronenlager mit hervorragendem Finish zu erhalten, sollte der Hergang nicht überstürzt werden! Was das Reiben von Fräs- oder Drehanwendungen unterscheidet ist, dass relativ wenig Material über eine lange Schneide entfernt wird. Wird dieser Vorgang zu sehr forciert, dann wird das Material anfangen zu reißen, anstatt entlang dieser langen Schneide geschnitten zu werden. Somit sind Geschwindigkeiten von ca. 90 oder 100 U/min keineswegs zu langsam, sondern höhere Drehzahlen sind definitiv zu schnell.

Dies gilt auch für Hartmetallreibahlen. Es wird oft angenommen, dass mit Hartmetallreibahlen höhere Drehzahlen und Vorschübe verwendet werden können. Aber der Schneidmechanismus ist identisch mit dem zuvor beschriebenen und somit gelten auch dieselben Grenzen. Daher sollten die gleichen Geschwindigkeiten verwendet werden wie bei den Stahlreibahlen, wenn Sie gute Ergebnisse erzielen wollen. Der Vorteil von Hartmetallreibahlen besteht nicht darin, dass sie mit höheren Drehzahlen und Vorschüben schneiden, sondern dass ihre Schneiden wesentlich länger halten als bei Stahlreibahlen.

Welcher Vorschub sollte bei BBT-Reibahlen verwendet werden?
Der Vorschub sollte in der Größenordnung von 0,01 bis 0,02 mm pro Umdrehung liegen. Wird die Reibahle mit deutlich größerem Vorschub eingesetzt, riskiert man nicht nur ein schlechtes Finish des Patronenlagers, sondern schafft die Voraussetzung, dass die Reibahle „greifen“ oder „beißen“ kann, wenn sie sich mit einem schnell zunehmenden Vorschub in das Patronenlager schneidet. Dies führt zu nur einem Ergebnis: die Reibahle wird ruiniert! Und dies wird schneller geschehen, als Sie Ihre Augen entsetzt aufreißen können. Die Gefahr ist besonders groß, wenn es sich um eine neue Reibahle mit scharfen Schneiden handelt. Seien Sie also gewarnt!

„Entspanzyklus“- Reiben ohne kontinuierliche innere Kühlmittelzufuhr
Die meisten Büchsenmacher schneiden ohne kontinuierliche innere Kühlmittelzufuhr und verwenden einen Entspanzyklus, bei dem sie die Reibahle häufig herausnehmen, um die Späne abzuführen und das Schneidöl zu erneuern. (Kontinuierliche innere Kühlmittelzufuhr führt Schneidöl mit relativ hohem Druck von der Mündung durch den Lauf, sodass die Späne stetig abgeführt werden und der Arbeitsvorgang durchgehend erfolgt statt unterbrochen wie beim Entspanzyklus). Beim Arbeiten mit Entspanzyklus sollte die Lagertiefe nicht um mehr als 2 mm erhöht werden, bevor die Reibahle zur Abführung der Späne und zur Reinigung des Lagers herausgezogen wird. Wird die Schnitttiefe um mehr als 2 mm erhöht, besteht die Gefahr, dass die Nuten mit Spänen verstopft werden (insbesondere vorne an der Reibahle) und damit das für ein gutes Finish notwendige Schneidöl verdrängt wird. Eine zusammendrückbare Schneidöl-Flasche ist praktisch, um Späne aus dem Patronenlager abzuführen. Wenn ein Kühlmittelschlauch unmittelbar hinter dem Patronenlager Öl ausgibt, wird ebenfalls sichergestellt, dass die Nuten der Reibahle beim Einführen der Ahle mit Öl geflutet und die Späne beim Herausziehen der Reibahle abgeführt werden. Außerdem wird gewährleistet, dass die Nuten beim Schneiden mit Öl geflutet bleiben.

Verwendung von kontinuierlicher innerer Kühlmittelzufuhr
Kontinuierliche Kühlmittelzufuhr in einer handbetriebenen Drehmaschine wird wahrscheinlich am besten und am einfachsten mithilfe einer ‚Suds‘ Pumpe bzw. einer Pumpe mit relativ niedrigem Druck durchgeführt, um Schneidöl vom Mündungsende über eine Art Drehdichtung durch den Lauf zu pumpen. Dies ist keine „kontinuierliche Kühlmittelzufuhr" im wahrsten Sinn, da der Druck zu niedrig ist, um Öl an der Führung vorne an der Reibahle vorbeizupumpen, während die Reibahle schneidet. Das Abführen der Späne von den Reibahlennuten wird jedoch mühelos erreicht, indem man die Reibahle 20 oder 30 mm herauszieht, so dass die Führung vom Lauf vor dem Lager gelöst wird und Schneidöl durch die Reibahlenrillen fließen kann, um die Späne abzuführen. Dies dauert nur wenige Sekunden und dann kann die Reibahle wieder in das Patronenlager geschoben werden.

Ist der Druck der Pumpe zu hoch, z.B. 6 bar (100 psi), ist es schwierig, die Reibahle tatsächlich gegen den Druck des Schneidöls in das Patronenlager zu drücken. In einer Fertigungssituation, wo die Reibahle in einem Werkzeughalter in einer CNC-Maschine montiert ist, ist ein hoher Kühlmittel-Pumpendruck bei Verwendung von kontinuierlicher Kühlmittelzufuhr kein Problem. Diese Art von Druckstufe ist vielmehr erforderlich zur effektiven kontinuierlichen Kühlmittelzufuhr, damit der Vorgang in einem stetigen Schnitt erfolgen kann und die Späne bei ihrer Erzeugung abgeführt werden. Unter diesen Umständen ist es nicht ausreichend, sich darauf zu verlassen, dass genügend Öl über die Führung durch die Züge des Laufs strömt, sondern es ist auch erforderlich, dass entweder der Führungszapfen gerillt ist (was auf Anfrage erfolgen kann) und/oder gerillte Führungsbuchsen verwendet werden, um sicherzustellen, dass der erforderliche zusätzlich Ölfluss erzielt wird. Eine echte kontinuierliche Kühlmittelzufuhr lässt sich am besten in einer automatisierten Einrichtung durchführen, d.h. wenn der Arbeitsablauf mithilfe einer CNC Maschine und nicht mit einer handbetriebenen Drehmaschine erfolgt.

Reibahlen-Rattern
Alle BBT Patronenlagerreibahlen sind so konstruiert, dass sie vorne eine drehbare Führungsbuchse aufnehmen können, die sicherstellt, dass die Reibahle den Schneidvorgang gut zentriert auf der Bohrungsachse des Laufs durchführt. Die Führungsbuchse unterstützt die Reibahle auch vorne und verhindert die Bildung und Zunahme von Werkzeug-Rattern. Das Arbeiten ohne geeignete Führungsbuchse ist NICHT zu empfehlen. Rattern ist bei BBT normalerweise kein Problem, da die Nuten keinen genauen 60-Grad-Abstand haben, sondern mit ungleichem Winkelabstand versetzt sind, was das Rattern der Reibahle verhindert.

Wenn Ihre Reibahle jedoch zu rattern beginnt (dies ist zu spüren, wenn die Reibahle beim Einführen in den Lauf am Reitstockgriff zu rattern anfängt), besteht die Lösung darin, die Geschwindigkeit der Drehmaschine auf die niedrigstmögliche Drehzahl zu reduzieren und in kurzen, sanften „stechenden“ Schritten vorzugehen. Dadurch werden die im Patronenlager entstandenen Unrunden aufgebrochen, um wieder ein rundes Patronenlager zu erzielen. Sobald dies geschehen und kein Rattern mehr zu spüren ist, kann die Geschwindigkeit vorsichtig erhöht werden.